Der Energieausweis

Was ist der Energieausweis?

Der Energieausweis ist eine detaillierte Berechnung der Energiekennzahlen eines Gebäudes und informiert über den Energieverbrauch und die Gesamteffizienz des Bauwerks. Ähnlich dem Typenschein für ein Auto, werden im Energieausweis energetische Kennzahlen für Gebäude erfasst. Basierend auf den Klimadaten des Standortes, werden aufbauend auf der genauen Ausrichtung des Gebäudes nach Himmelrichtung und der Geometrieerfassung, alle Bauteile inklusive der einzelnen Bauteilschichten und der Haustechnik eingegeben. Somit werden Energiegewinne und -Verluste berechnet und aufgrund dieser Bilanz der Energiebedarf des Gebäudes als Endergebnis ermittelt.
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Wann ist ein Energieausweis erforderlich?

  • bei Neubau, Zubau, Umbau oder umfassender Sanierung eines Gebäudes (OÖ Baurecht)
  • bei Verkauf, Vermietung, Verpachtung eines Gebäudes (Ö. Energieausweisvorlagegesetz für bestehende Gebäude gültig ab 1.1.2009)
  • bei Gebäuden mit einer Größe von über 1.000 m² - für größere Menschenansammlungen – zum verpflichtenden Aushang an einer gut sichtbaren Stelle (für bestehende Gebäude gültig ab 1.1.2009)


Neu ist die Energieausweis-Pflicht für Nicht-Wohngebäude und dass der Energieausweis nunmehr für 10 Jahre gilt.

Was steht im Energieausweis für Wohngebäude?

Im Energieausweis für Wohngebäude finden Sie unter anderem folgende Angaben:

Der Energieausweis besteht aus einer ersten Seite mit einer Effizienzskala, einer zweiten Seite mit detaillierten Energie- und Gebäude-Daten und einem
Anhang. Form und Inhalt sind genormt, der Energieausweis ist eine Urkunde.

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Der Energieausweis für Wohngebäude enthält:

  • den Heizwärmebedarf des Gebäudes (HWB)
  • den Warmwasser-Wärmebedarf (WWWB)
  • den Heiztechnik-Energiebedarf des Gebäudes (HTEB)
  • den Endenergiebedarf des Gebäudes (HEB)
  • Empfehlungen für Maßnahmen

Zusätzlich ist auch auch nachzuweisen, dass das Wohngebäude sommertauglich ist (ÖNORM B 8110 Teil 3) und keine sommerliche Überhitzung eintreten kann.

Was bedeuten die Energiekennzahlen?

Kernstück des Energieausweises sind die Energiekennzahlen. Sie ermöglichen - wie die Angabe des Treibstoffverbrauches in Litern pro 100 km beim PKW – einen Vergleich mit anderen Gebäuden. In Oberösterreich wird bereits seit 1993 die Nutzheiz- Energiekennzahl (NEZ) im Rahmen der Wohnbauförderung berechnet. Diese Zahl ist eine geometriebereinigte Vergleichszahl, die die jährliche zur Raumheizung benötigte Wärme je Quadratmeter Fläche angibt. Dabei werden die Energieverluste (Transmissions- und Lüftungsverluste) und die solaren und inneren Gewinne eines Gebäudes (die sich aus der Gebäudeform, der Gebäudeausrichtung, den verwendeten Baumaterialien etc. ergeben) auf die beheizte Fläche des Gebäudes bei einer standardisierten Kompaktheit bezogen.

Im Energieausweis finden Sie als wesentlichste Energiekennzahl den Heizwärmebedarf (HWB), er gibt an, wie hoch der zu erwartende jährliche Wärmebedarf für die Beheizung Ihres Hauses (in Kilowattstunden pro Quadratmeter beheizter Bruttogrundfläche) ist.
Dieser kann vom tatsächlichen Verbrauch u.a. auf Grund des Benutzerverhaltens abweichen.

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